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Änderungen im 2026

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Photovoltaik in der Schweiz: Das bringt das Jahr 2026 für Eigenheimbesitzer, Immobilienbesitzer und KMU

2026 wird ein wichtiges Jahr für die Solarbranche in der Schweiz. Viele Kundinnen und Kunden fragen sich bereits heute: „Welche neuen Regeln gelten künftig, was muss ich beim Planen oder Nachrüsten beachten und wie wirkt sich das alles auf meine Investition aus?“

Die gute Nachricht lautet: Vieles wird einfacher, transparenter und planbarer. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Netzverträglichkeit, Energiemanagement und eine saubere Planung. In diesem Beitrag zeige ich dir verständlich und praxisnah, welche Neuerungen ab 2026 relevant sind und was das konkret für dich bedeutet.

 

Überblick über die wichtigsten Änderungen ab 2026:

  • Meldeverfahren für Fassaden Photovoltaik
  • Einführung der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft
  • Klarere Regeln für ZEV und virtuelle ZEV
  • Gesetzliche Minimalvergütung für eingespeisten Solarstrom
  • Begrenzung der Einspeisung auf 70 Prozent der Modulleistung
  • Tendenzen bei Fördergeldern und kantonalen Programmen
  • Bis zu 3 Prozent Abregelung ohne Entschädigung
  • Vereinfachungen bei Bewilligungsverfahren
  • Steigende Bedeutung von Speichern und Energiemanagementsystemen

1. Meldeverfahren für Fassaden Photovoltaik ab 2026

Was ändert sich:

Fassaden Photovoltaik kann ab 2026 in vielen Gemeinden über ein einfaches Meldeverfahren realisiert werden. Ein vollwertiges Baugesuch wird nur noch in Ausnahmefällen nötig sein, etwa bei geschützten Objekten oder in sensiblen Ortsbildern.

Wen betrifft es

Eigenheime, Mehrfamilienhäuser, Gewerbebauten und Neubauten oder Sanierungen.

Warum ist das wichtig

Fassaden bieten vor allem im Winterhalbjahr grosses Potenzial. Das Meldeverfahren reduziert Kosten und spart mehrere Wochen bis Monate Zeit in der Realisierung.

Beispiel aus der Praxis

Ein KMU mit grosser Südfassade musste bisher ein komplettes Baugesuch einreichen. Ab 2026 reicht eine einfache Meldung. Der Verwaltungsaufwand sinkt, die Realisierung wird deutlich schneller.

 

2. Lokale Elektrizitätsgemeinschaft, LEG, neu ab 2026

Was ändert sich

Neben ZEV und virtuellem ZEV gibt es ab 2026 die lokale Elektritätsgemeinschaft, kurz LEG. Damit kann Solarstrom gemeinsam genutzt und gehandelt werden, auch wenn die Gebäude nicht auf demselben Grundstück stehen. Der Strom darf über das öffentliche Netz verteilt werden.

Wen betrifft es

Arealentwicklungen, Überbauungen, Genossenschaften, Gewerbecluster und ganze Quartiere.

Warum ist das wichtig

LEGs schaffen neue Modelle, bei denen mehrere Parteien von gemeinsamer Solarproduktion profitieren können, ohne dass alle Gebäude physisch verbunden sein müssen.

Beispiel aus der Praxis

Drei Gewerbehallen eines KMU Areals können künftig gemeinsam Solarstrom einer grossen Dachanlage nutzen. Die Abrechnung erfolgt transparent innerhalb der LEG.

 

3. Klarere Regeln für ZEV und virtuelle ZEV

Was ändert sich

ZEV und virtueller ZEV bleiben bestehen, die Vorgaben für Messkonzepte, Abrechnungen und Beteiligungsmodelle werden vereinheitlicht und klarer formuliert. Damit wird die Umsetzung für Eigentümer einfacher.

Wen betrifft es

Mehrfamilienhäuser, Stockwerkeigentum, Gewerbe, Immobilienverwaltungen und Contracting Anbieter.

Warum ist das wichtig

Endkunden erhalten mehr Transparenz, die Planung wird präziser und die Abrechnung stabiler.

Beispiel aus der Praxis

Ein MFH mit acht Wohnungen kann einfacher einen ZEV einrichten, da die Messanforderungen und die Abrechnungsmodelle eindeutig vorgegeben sind.

 

4. Gesetzliche Minimalvergütung für eingespeisten Solarstrom

Was ändert sich

Für PV Anlagen unter 150 kWp wird eine gesetzliche Mindestvergütung eingeführt. Selbst wenn der Marktpreis stark fällt, erhalten Betreiber einen garantierten Mindesttarif.

Wen betrifft es

Private Anlagen bis 30 kWp, Mehrfamilienhäuser und KMU bis 150 kWp.

Warum ist das wichtig

Schwankende Rückliefertarife verlieren ihren Schrecken, die Wirtschaftlichkeit wird besser planbar.

Beispiel aus der Praxis

Eine 12 kWp Anlage, die 2024 zeitweise nur 3 Rappen pro kWh erhielt, bekommt ab 2026 eine garantierte Mindestvergütung. Das reduziert das Risiko für Eigenheimbesitzer deutlich.

 

5. Begrenzung der Einspeisung auf 70 Prozent

Was ändert sich

Viele Energieversorger führen ab 2026 eine Begrenzung der maximalen Einspeiseleistung auf 70 Prozent der installierten DC Leistung ein. Ziel ist eine Entlastung der Netze.

Wen betrifft es

Neubauten ab 2026, Sanierungen und in gewissen Fällen bestehende PV Anlagen mit Übergangsfristen bis 2027.

Warum ist das wichtig

Mit dieser Regelung wird Eigenverbrauch noch relevanter. Speicher, Wärmepumpen, Ladestationen und Energiemanagementsysteme werden strategisch wichtiger.

Beispiel aus der Praxis

Eine Anlage mit 20 kWp darf nur noch 14 kW ins Netz einspeisen. Mit einem Speicher kann der Überschuss aber weiterhin lokal genutzt werden und geht nicht verloren.

 

6. Fördergelder und Tendenzen für 2026

Was ändert sich

Die Einmalvergütungen bleiben bestehen, mehrere Kantone überarbeiten ihre Programme. Es zeichnet sich ab, dass Fassaden Photovoltaik und Batteriespeicher stärker gefördert werden. Einige Gemeinden unterstützen zudem Netzoptimierung und Lastmanagement.

Wen betrifft es

Private, Mehrfamilienhäuser, Gewerbe und Überbauungen.

Warum ist das wichtig

Eine kombinierte Lösung aus PV, Speicher und intelligenter Steuerung wird wirtschaftlich noch attraktiver.

Beispiel aus der Praxis

Ein KMU saniert 2026 das Dach und kombiniert PV mit Speicher und einem neuen Energiemanagementsystem. Je nach Kanton sind neue Zusatzbeiträge möglich.

 

7. Abregelung bis zu 3 Prozent ohne Entschädigung

Was ändert sich

Energieversorger dürfen bis zu 3 Prozent der Jahresproduktion einer PV Anlage ohne Entschädigung abregeln, wenn dies für die Netzstabilität notwendig ist.

Wen betrifft es

Grosse PV Anlagen, Mehrfamilienhäuser und Gewerbe.

Warum ist das wichtig

Der wirtschaftliche Effekt ist sehr klein, die Netzstabilität wird jedoch erhöht.

Beispiel aus der Praxis

Eine Anlage mit 100’000 kWh Jahresproduktion kann bis zu 3’000 kWh abgeregelt werden. Das entspricht wenigen sonnigen Tagen und ist wirtschaftlich kaum spürbar.

 

Was bedeutet das alles für dich als Kunde im Jahr 2026?

Kurz zusammengefasst

  • PV wird einfacher zu bewilligen, vor allem an Fassaden.
  • PV wird stabiler und planbarer, wegen der Minimalvergütung.
  • PV wird gemeinschaftlicher, aufgrund von ZEV und LEG.
  • PV wird intelligenter, dank Energiemanagement und Speichern.
  • PV wird wirtschaftlicher, wenn der Eigenverbrauch optimiert wird.
  • Der administrative Aufwand sinkt, die technische Komplexität steigt.

 

Für uns als Installateur und Planer ist klar, 2026 wird Photovoltaik in der Schweiz nochmals attraktiver, die Anforderungen an eine saubere Planung steigen jedoch gleichzeitig. Entscheidend sind eine passende Dimensionierung, die Integration eines Speichers, Netzverträglichkeit, Eigenverbrauchsoptimierung, Monitoring und eine saubere technische Dokumentation.

Genau hier beraten wir umfassend und praxisnah.

Was solltest du jetzt tun?

  1. Plane deine PV Anlage rechtzeitig, insbesondere bei Dachsanierungen.
  2. Nutze das neue Meldeverfahren für Fassaden Photovoltaik.
  3. Prüfe Speicherlösungen, da sie 2026 noch attraktiver werden.
  4. Optimiere den Eigenverbrauch, statt nur auf Einspeisetarife zu setzen.
  5. Prüfe bei MFH oder KMU Modelle wie ZEV oder LEG.
  6. Lasse eine unverbindliche Analyse erstellen, ob dein Objekt bereits optimal vorbereitet ist.

 

Wir unterstützen dich gerne persönlich

Wenn du wissen möchtest, was die neuen Regelungen im Jahr 2026 konkret für dein Eigenheim, deine Liegenschaft oder dein KMU bedeuten, stehen wir dir gerne zur Verfügung.

Wir holen das Maximum aus deiner PV Anlage heraus.

Über den Autor

Flavio Wyss Verkaufsleiter siworks solar
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Flavio Wyss ist Verkaufsleiter und Partner bei siworks Solar. Er moderiert den Solar-Podcast "Bock auf Solar" und begleitet Kunden von der Planung bis zur Umsetzung und Inbetriebnahme.